Die Emanzipation von Frauen

Der Begriff Emanzipation kommt aus dem Lateinischen (emancipare) und bedeutet dort soviel wie „einen Sklaven oder erwachsenen Sohn in die Eigenständigkeit zu enzlassen.“ Die Bedeutungsverschiebung vom passiven „entlassen werden“ ins aktive „sich selbst befreien“ erfolgte im 17. und 18. Jahrhundert. Es ging vor allem um politische und gesellschaftliche Selbstbefreiung. Das Ziel der Emanzipation war ein Plus an Gleichheit und Freiheit, was man meist durch Kritik an hegemonialen bzw. paternalistischen Strukturen und an Diskriminierung zu erreichen versuchte. Emanzipation bezeichnet heute gerne den Befreiungsschlag von Menschengruppen, die wegen ihrer Rasse, Herkunft, Religion oder Klassenzugehörigkeit verfolgt oder von politischen Prozessen ausgegrenzt werden. Oft verwendet man den Begriff auch im Zusammenhang mit der Gleichstellung der Frau.

Die drei Emanzipationsbewegungen der Frauen

Die neue westliche Geschichte kennt drei Emanzipationsbewegungen der Frauen:
Erstmals versuchten sich die Frauen im 12. und 13. Jahrhundert zu emanzipieren. Diese Bewegung fand innerhalb eines christlich-kirchlichen Rahmens statt und stellte dabei die Kirchenordnung als solche aber nicht in Frage. Sie blieb leider wenig erfolgreich. Zum zweiten Mal erhoben sich die Frauen nach der Französischen Revolution Ende des 18. Jahrhunderts. Die während der Revolution errungenen Ideale wie Gleichheit, Freiheit und Brüderlichkeit galten nämlich nur für die Männer. Das wollten die Frauen nicht hinnehmen und traten auch für ihre Rechte ein. Diese Bewegung endete erst mit dem Beginn des zweiten Weltkriegs und hatte vor allem ein Ziel: das Erlangen der sogenannten Bürgerrechte (Wahlrecht, recht auf Privateigentum, Recht auf Bildung und Recht auf Erwerbsarbeit). Die traditionelle Rollenaufteilung zwischen Mann und Frau wurde hier aber noch nicht in Frage gestellt. Erst in der dritten Frauenbewegung in der Mitte der 1940er Jahre mit dem Ausgangspunkt in Frankreich kritisierte man öffentlich die Rollenverteilung und das Patriarchat im Allgemeinen. Einer der Höhepunkte der Bewegung war zweifelsohne auch während der Studentenunruhen der späten 1960er Jahre (bes. die 68er).

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